IONTRACE

IONTRACE ist ein Simulationscode für statische und zeitabhängige Ionenoptiken, insbesondere für die Extraktion von Ionen aus Gitterionenquellen. Gerechnet wird wahlweise dreidimensional oder translationssymmetrisch in zwei Dimensionen. Elektrisches Feld, Ionenbahnen und Raumladung werden selbstkonsistent gekoppelt berechnet. Ergänzend lassen sich Neutralgas, Ladungsaustausch, Elektrodenerosion und die daraus resultierende Gitterlebensdauer untersuchen.

Windows 10/11, 64 Bit Version 1.2.1 2D- und 3D-Rechnung Grafische Oberfläche Installation ohne Administratorrechte Zugang auf Anfrage

Wozu IONTRACE?

Die Extraktionsoptik bestimmt maßgeblich den Strahlstrom, die Strahlform und die Lebensdauer der Gitter. Diese Größen sind eng miteinander gekoppelt: Die Raumladung beeinflusst das elektrische Feld und damit die Ionenbahnen. Durch Ladungsaustauschstöße zwischen Strahlionen und dem Neutralgas entstehen langsame Ionen, die vom elektrischen Feld zu den Gittern beschleunigt werden und dort Erosion verursachen können. Die fortschreitende Veränderung der Gittergeometrie wirkt sich wiederum auf das elektrische Feld und den extrahierten Ionenstrahl aus.

IONTRACE bildet diese Wechselwirkungen in einer gekoppelten dreidimensionalen Simulation ab. Die Gittergeometrie kann über aufeinanderfolgende Betriebsintervalle fortgeschrieben werden, sodass die Auswirkungen der Erosion auf Feld, Teilchenbahnen und Neutralgasverteilung berücksichtigt werden können.

Dreidimensionale Ansicht des Gittersystems mit Ionenbahnen; transmittierte Bahnen sind blau, Bahnen mit Elektrodentreffer rot dargestellt.
Ionenbahnen im Gittersystem Blau dargestellt sind transmittierte Ionenbahnen, rot direkte Treffer auf den Elektroden. Dadurch werden die Transmission des Gittersystems und die Orte primärer Ionenverluste sichtbar.

Physikalische Modelle und Funktionen

Der Funktionsumfang ist modular aufgebaut. Je nach Aufgabenstellung können die folgenden Modelle und Auswertungen miteinander kombiniert werden.

Felder und Bahnen

Alle Darstellungen stammen aus demselben Simulationslauf einer Zweigitteroptik mit einem Screen-Gitter auf +1.500 V und einem Beschleunigungsgitter auf −150 V.

Farbdarstellung des elektrischen Potentials in der XY-Ebene mit überlagerten Ionenbahnen und eingezeichneten Elektroden.
Potential und Ionenbahnen Dargestellt ist die Potentialverteilung zwischen Plasma, Screen-Gitter und Beschleunigungsgitter. Die überlagerten Ionenbahnen zeigen die Fokussierung des Strahls beim Durchtritt durch die Aperturen.
Betrag der elektrischen Feldstärke in der XY-Ebene mit eingezeichneten Feldlinien.
Feldstärke und Feldlinien Dargestellt sind der Betrag der elektrischen Feldstärke und der Verlauf der Feldlinien. Sie veranschaulichen, in welche Richtung positive Ladungsaustauschionen beschleunigt werden und auf welche Gitterbereiche sie treffen können.
Farbdarstellung der lokalen Nettoladungsdichte der berücksichtigten Ionen und Elektronen in der XY-Ebene.
Raumladungsdichte Die lokale Nettoladungsdichte der berücksichtigten Ionen und Elektronen geht als Quellterm in die Poisson-Gleichung ein. Über sie beeinflusst die Teilchenverteilung das elektrische Feld.

Neutralgas und Ladungsaustausch

Wo Ladungsaustauschionen entstehen, hängt vom räumlichen Zusammentreffen des Ionenstrahls mit dem Neutralgas ab. Das elektrische Feld bestimmt anschließend ihre Bahnen und Auftreffenergien. Daraus ergibt sich zusammen mit den Materialeigenschaften die räumliche Verteilung des Elektrodenabtrags.

Karte der Neutralgasdichte im XY-Schnitt; oben ist das gesamte Rechengebiet, unten ein Ausschnitt am Beschleunigungsgitter mit Iso-Dichtelinien dargestellt.
Neutralgasdichte im Schnitt Oben ist das gesamte Rechengebiet dargestellt, unten der Bereich zwischen den Gittern. Die Linien markieren Dekaden der Dichte. Hinter dem Beschleunigungsgitter fällt die Neutralgasdichte um mehr als eine Größenordnung ab.
Über den Querschnitt gemittelter axialer Verlauf der Neutralgasdichte mit logarithmischer Achse und markierter Lage von Screen- und Beschleunigungsgitter.
Axialer Verlauf der Neutralgasdichte Die über den Querschnitt gemittelte Neutralgasdichte entlang der Strahlachse bildet zusammen mit der Verteilung des Ionenstrahls die Grundlage für die Berechnung der räumlichen Entstehungsrate von Ladungsaustauschionen.

Erosion und Lebensdauer

Aus der räumlichen Auftreffrate der Ionen, ihren Energien und Einfallswinkeln sowie der materialabhängigen Sputterausbeute wird die lokale Abtragsrate berechnet. Durch die zeitliche Fortschreibung der Gittergeometrie lässt sich deren Entwicklung über die Betriebsdauer untersuchen und die Lebensdauer abschätzen.

Dreidimensionale Ansicht einer Einheitszelle mit farbcodierter lokaler Abtragsrate auf der Gitteroberfläche.
Lokale Abtragsrate Dargestellt ist die berechnete Abtragsrate auf der Gitteroberfläche innerhalb der simulierten Einheitszelle in Nanometern pro Stunde. In diesem Beispiel treten die höchsten Werte an der Austrittskante der Apertur auf.
Periodische Darstellung der Abtragsrate mit einer zentralen hexagonalen Einheitszelle und sechs benachbarten Zellen.
Periodisches Gittermuster Simuliert wird eine einzelne Einheitszelle. Zur Visualisierung wird ihr Ergebnis auf die sechs benachbarten Zellen des hexagonalen Lochmusters übertragen. Dadurch wird die periodische Wiederholung des berechneten Abtragsmusters sichtbar.

Verifikation und Vergleich

Die einzelnen Rechenmodelle werden anhand analytischer Referenzfälle, Netzkonvergenzstudien und Vergleichen mit unabhängigen Simulationsprogrammen geprüft.

Download

IONTRACE wird als Installationsprogramm für Windows bereitgestellt. Die Installation erfolgt ausschließlich für das aktuelle Benutzerkonto, benötigt keine Administratorrechte und verändert keine systemweiten Einstellungen.

Version
1.2.1
Bereitgestellt
28.08.2026
Betriebssystem
Windows 10/11, 64 Bit
Datei
IONTRACE-Setup-1.2.1.exe
Größe
184 MB
SHA-256
7661e023007129452b9e6523314d04c648e6c49ab5612a9f610b1ab2774dae84
Entwicklung
Dr. Kristof Holste, Justus-Liebig-Universität Gießen
IONTRACE 1.2.1 herunterladen

Vorherige Version

Version 1.1.1 bleibt herunterladbar, falls mit der neuen Fassung in einer bestehenden Arbeitsumgebung etwas nicht wie erwartet funktioniert. Setups und Ergebnisse aus 1.1.1 lassen sich in 1.2.1 weiterhin öffnen.

Version
1.1.1
Bereitgestellt
18.08.2026, 13:17 Uhr (MESZ)
Datei
IONTRACE-Setup-1.1.1.exe
Größe
181 MB
SHA-256
796df396ddbac12bc14ad9d6569381d55b87fc89378c15ed68fded4cdcff1657
IONTRACE 1.1.1 herunterladen

Neuerungen in Version 1.2.1

Der Rechenkern der dreidimensionalen Simulation ist unverändert geblieben; bestehende Setups und Ergebnisse aus 1.1.1 lassen sich weiterhin öffnen. Die HPC-Anbindung ist wie bisher nicht Teil des Installationspakets.

Neuerungen in Version 1.1.1

Neuerungen in Version 1.1.0

Nutzung und Lizenz. IONTRACE darf von Hochschulen und öffentlich getragenen Forschungseinrichtungen unentgeltlich für nichtkommerzielle wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Jede kommerzielle Nutzung erfordert die vorherige schriftliche Genehmigung des Autors. Maßgeblich sind die dem Installationspaket beigefügten Lizenzbedingungen.

Installationspasswort erforderlich. Die Installationsdatei kann frei heruntergeladen werden; für die Installation wird jedoch ein Passwort benötigt. Dieses erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an Kristof.Holste@physik.jlug.de. Bitte nennen Sie dabei kurz Ihre Institution und den vorgesehenen Einsatz von IONTRACE.

Hinweis zur Windows-Installation. Das Installationsprogramm ist derzeit nicht digital signiert. Windows kann deshalb beim Start eine Warnung über eine unbekannte oder nicht erkannte Anwendung anzeigen. Über „Weitere Informationen“ und anschließend „Trotzdem ausführen“ kann die Installation fortgesetzt werden.